Donnerstag, 28. Juli 2011

Was Orakela nicht keimen sah

Ein Tier Orakela den Samen wies:
im Augenspalt des Felsen ruht das Körnlein still.
Orakela dies Gran für weitaus mehr befand als dessen Schale eng umschlang,
ihr war ein endlos Raum in diesem Korn.

'Nun, Samenkorn, wir wollen sehen dein Gesicht'
war des Mädchens wirkungsloser Wunsch.
Orakela die Tränen spendet an dies unentdeckte Ding
und einer derer Trauertropfen ihr entfiel,
schreckend sie sofort begriff -
doch zersprang bereits das Wasser überm Samenkorn.
Sodann entspross ein mächtig Keim, rankte sie bald gänzlich ein;
sog ihr Tränen in den Strunk
und liess das Mädchen ausgedorrt zurück.

Donnerstag, 2. Juni 2011

Un-Traum

Aus dem Schlaf in Un-Schlaf,
oh möge doch der Morgen den Nächten langsamer entkriechen, oh möge doch das Licht der Frühe nicht so befremdlich scheinen. Dabei ist der Morgen niemandes Eigen, und habe man ihn noch so gern.
Seit ich angefangen habe, wach zu bleiben während ich schlafe, geht mir die Sonne in Grashalmen auf, bis Baumkronen erglimmen und Augen aus verquollenen Lidern hervorplatzen.
Man sagt, es sei der Lärm des Tages, der die Stille der Nacht so anrührend macht.
Meines Nachts ertönen Schreie; die Erdenkugel ächzt und greint, aus ihren tausend Wunden spriessen Pflanzen - und dennoch nährt sie ihre Kinder. Mir ist die Nacht ein bloss dunkler Tag.

aber gibt es Hoffnung: auf dass ich müde werde bevor die Nacht vorbei ging; dass der Hände Raufen und Flehen um Ohnmacht werden Folgen gezeigt haben und mir das Wachsein vergehe

Dienstag, 17. Mai 2011

Mondarin

Der ewige Zerstörer Mondarin, da nun er sich bestohlen sieht
entsetzt der äußerst wunderlichen Kraft
flucht der Geburt, im Anfang war sein Ende. Nun
von Knochen des durch Zeit entstellten Körpers rinnt die Haut in Strömen.

 In Mondarinens Falten jene Hoffnung glimmt
uns erst zu sträuben, fügen nächst Verfall.
In guten sind es schlechte Tage, er so erfuhr alsdann.
Und sinkt Mondarin abscheulich angewinkelt bald zu Grunde,
die Trauer solche des gezähmten Tieres sei.